SpitzingseeTourDienstag
   
 
 
 
 

Rotwandrunde

Tourlänge 48 Kilometer mit 772 Höhenmeter

Die letzte Tour war angesagt und bei Sonnenschein entschied man sich nach der anstrengenden Vortagestour für eine moderate Tour um die Rotwand. Bei meiner Tourvorausschau und der Erwähnung des Elendgrabens und des Elendsattels, der überwunden werden musste, zuckte dann doch der Ein oder Andere zusammen. Noch irritierter wirkte man, als der Wirt infolge Ortskenntnis die Stirn runzelte. Offensichtlich war man wieder mal der Meinung, dass die Tour von mir verniedlicht wurde. Aber wie sich später herausstellte, verdienen sowohl Elendgraben wie –sattel nicht wirklich den Namen.

Wir ließen es langsam angehen, machten noch einen Fotostopp am Spitzingsee (1079m) und wir fuhren hinunter nach Neuhaus (800m). Hierzu benutzten wir den steilen Schotterweg durch den Wald, was wieder mal zu heißen Felgen führte.

300 Höhenmeter hinunter bedeuteten später auch wieder 300 HM hinauf, was mindestens zwei Weizenbiker grumelnd feststellten.

Jetzt ging es wie angekündigt richtig flach über schöne kleine Ortschaften mit herrlich anzusehenden Bauernhöfen in Richtung Wendelstein und Bayrischzell.

Wir rollten entspannt abseits der Straßen und ich hatte endlich Gelegenheit Dieter den „gemeinen Klappertopf“ zu zeigen. Für die Unwissenden: Es handelt sich hierbei lediglich um eine Wiesenblume!

Die Entspannung fand auf einem Feldweg hinter Geitau ein jähes Ende, da wir die erste, dafür aber ernsthafte Fahrradpanne hatten. Ausgerechnet mir passierte das Maleur. Eigentlich nicht möglich, zerstörte sich meine hintere Radnabe und es kam zu einer sofortigen Blockade.

Glück im Unglück:

Es passierte nicht auf einer halsbrecherischen Abfahrt und einige Kilometer zuvor hatten wir einen Fahrradladen passiert.

So wurde das Rad ausgebaut und ein Dreigestirn, Dieter der Träger, Klaus als technisch Sachverständiger und Daniel als Bürge, machten sich auf den Weg.

Der Rest der Truppe harrte in einem leider geschlossenem Biergarten mit Blick auf den Wendelstein aus, bevor es nach 1 ½ Stunden mit einem Ersatzhinterrad weitergehen konnte.

Jetzt wurde doch das Tempo angezogen und auf einem schmalen Auf- und Abpfad zwischen Bayrischzell und dem Zipflwirt gab Sepp als Vorausfahrer Vollgas, vielmehr hieb er in die Pedale, so dass eine wilde Hatz entstand.

Nach einem heftigen Einspruch von Siggi wurde das Tempo beim Zipflwirt herausgenommen und schottergreifend brachten uns unsere Stollenreifen hinein ins Klooaschertal.

Die Rotwand vor Augen, einen traumhaften Almboden passierend, fuhren wir in den Elendgraben hinein. Ein kurzer Regenschauer und etwas Donner führten dann doch wieder zu einem Tempowechsel. Nach Durchquerung einer Wasserfurt kam der Anstieg auf den Elendsattel (1200m), der schließlich auch gemeistert wurde.

Danach kam dann wieder eine geniale längere Abfahrt hinunter in die Valepp und über den Almboden der roten Valepp ging es wieder zurück zum Spitzingsee und eine letzte, aber vom ersten Tag schon bekannte, Steigung musste noch bewältigt werden.

Am Spitzingsee angekommen waren dann doch wirklich alle froh und glücklich auch die letzte Tour souverän gemeistert zu haben und die Weizenbiker machten dann das, wofür sie mittlerweile auch bekannt sind.

Hierfür suchten wir uns einen direkt am See gelegenen Biergarten aus.

Die Abendveranstaltung wurde für uns ein „Donnerstag“ bei ausgelassender Stimmung. Schade war nur, dass Tommi und Chris uns verlassen mussten. Vermutlich wäre dann noch eine Steigerung möglich gewesen. Bei der Abfahrt wurden sie entsprechend gebührend verabschiedet.

Eine wunderschöne und landschaftlich abwechslungsreiche Tour mit einem würdigen abendlichem Finale.

 

Fazit:

Es waren für uns drei super Tage in den bayrischen Alpen. Ein harmonisches Zusammensein mit viel, viel Spass. Jeder hatte seinen Teil dazu beigetragen. Sepp’s Verpflegung für Unterwegs, Klaus mit seinem technischen Service usw.usw..

Sogar bei den gefahrenen Touren wurden schon in der Planungsphase persönliche Wünsche berücksichtigt, wie die von dem „Pälzer“ gewünschten Trage- und Schiebepassagen.

Dazu kam noch die sehr nette und aufmerksame Wirtsfamilie Schäfer, die uns hervorragend bewirtete und sehr symphatisch war.

Unsere ausgelassene Stimmung zeigte sich vor allem in der typisch heftigen verbalen Weizenbikerkommunikation, was zugegebenermaßen bei Außenstehenden allerdings doch für Irritationen sorgt.

Das bedurfte auch bei der Wirtsfamilie für rasche Aufklärung mit dem Hinweis, dass die Stimmung aufgrund der untereinander gewählten „Persönlichkeitsbezeichnungen“ hervorragend sei. Es handelt sich hierbei eigentlich fast immer um „Liebkosungen“ .

Sichtlich entspannt und zur allgemeinen Erheiterung beteiligte sich der Wirt dann schließlich an unseren Liebkosungen.