Diese konditionell mittelschwere, technisch leichte Tour mit einer Trage-/Schiebestrecke, war unsere Einstiegstour für drei wunderbare Tage im Polizeiheim am Spitzingsee.
Nach einer fünfstündigen Autofahrt und rechtzeitiger Ankunft machten wir sofort die Räder und uns startklar. Doch zu unserem Wehleiden öffnete der Himmel seine Schleusen und ein heftiger Gewitterregen ging nieder. Erste Zweifler wollten schon zum Weizenbier greifen und den Rest des Tages im Gasthaus verbringen, doch das Warten lohnte sich, denn der Regen ließ nach kurzer Zeit nach.
Trotz nasser Wege fuhren wir gutgelaunt um den Spitzingsee und mit leichtem Anstieg auf den Spitzingsattel (1127m). Hier begann der Anstieg über eine gute Forststraße zur oberen Firstalm. Es waren 300 Höhenmeter bei zeitweise 12 % Steigung zu bewältigen, was sehr schweißtreibend war. Nach der Steigung und einem relativ ebenen Stück erreichten wir die Obere Firstalm (1375m) und fuhren zwischen den Häusern hindurch auf einem grobsteinigen Weg zum Freudenreichsattel.
Am Freudenreichsattel angekommen bekam ich meinen „ersten Lack“ ab, da eine steile Trage- und Schiebestrecke zu bewältigen war. 100 Höhenmeter hinunter mussten nach dem vorhergegangen Regen auf extrem steilem, rutschigen und mit Schlamm durchsetzten Hang gemeistert werden. Chris versuchte wagemutig diese Passage auf dem Bike zu fahren, was sich jedoch als unmögliches Unterfangen herausstellte.
Endlich an der Freudenreichalm (1262m) begann eine steile und lange Talabfahrt auf Schotterpiste über die Kühzaglalm hinunter ins Tegerseertal (783m).
Auf einem Asphaltweg ging es weiter zur Mautstelle in Enterrottach, für Radler kostenfrei, und die nächste Steigung, allerdings mäßig, stand uns bevor. Die Straße führte durch den Wald bergauf und rechts unten wurden wir von der Rottach begleitet. Den Rottachfall ließen wir rechts liegen und fuhren immer noch ansteigend bis zum Sutten und Monialm (995m).
Der Wald lichtete sich, mittlere hatte sich auch die Sonne durchgesetzt, und der Weg führte relativ flach durch ein wunderbares Wiesengebiet mit einer beeindruckenden Flora und Fauna.
Zum Surren der Reifen plätscherte die Weiße Valepp und nach einem weiteren kurzen Anstieg sausten wir hinunter an den großen Wanderparkplatz Valepp. Landschaftlich und Fahrtechnisch war diese Abfahrt ein wahrer Genuss.
Nun fuhren wir in Richtung Blecksteinhaus. Neben uns murmelte die Rote Valepp und wir fuhren durch dieses wunderbare Almgebiet hinauf zum Spitzingsee, wobei über einige Kilometer nochmals 200 Höhenmeter zu meistern waren.
Am Spitzingsee angekommen ging es sofort zu unserem Berggasthof um schleunigst den Weizenbikerruf zu bestätigen, was auch eindrucksvoll geschah.
Ein genialer Auftakt für drei wunderbare Tage in den bayrischen Alpen. |