Etappe3
 
 
 
 
 

Bodenalpe - Fimber-Pass - Vna - Sent - Scoul - S-charl - Pass da Costainas - Lü - St. Maria im Münstertal

66 Kilometer - 2026 Höhenmeter

bisher gesamt 226 Kilometer - 5320 Höhenmeter

 

Dienstag, 25.08.09

3. Tag – Pannen- und Sturztag

Es wurde ein Tag, der uns besonders in Erinnerung bleiben wird.

Nachdem alle anderen Gruppen bereits auf dem Weg waren, fuhren wir Weizenbiker  gegen 09:00 Uhr los in Richtung Heidelberger Hütte. Bei wieder einmal sonnigem Wetter absolvierten wir Höhenmeter um Höhenmeter durch eine wunderschöne Hochgebirgslandschaft. Ständig von einem gurgelnden Gebirgsbach und dem Pfeifen der Murmeltiere begleitet, genossen wir die hochalpine Landschaft. Der Weg war sehr sehr steinig und immer wieder mit kleinen giftigen Anstiegen versehen. Hinter der Heidelberger Hütte war wieder mal Schluss mit fahren und wir mussten uns über einen teilweise sehr steilen Steig hoch zum Fimberpass (2600 m) kämpfen. Die Unentwegten unter uns versuchten jeden noch möglichen vermeintlichen  fahrbaren Meter zu meistern, was schließlich zu einem folgenlosen Sturz von einem Weizenbiker führte – der Auftakt der Missgeschicke an diesem Tag. Danach präsentierte sich uns stolz noch ein Murmeltier in erhobener Pose und Dieter hatte seine liebe Mühe, es in den Focus der Kamera zu bekommen.

Endlich war nach einer vollen Stunde der Pass erreicht und wir machten unsere obligatorischen Gruppenfotos.

Uns präsentierte sich ein großartiges Panorama und es ging bergab ins Unterengadin über einen weithin sichtbaren Pfad, der zu den legendären Trails in den Alpen gehört.

Bis Alp Chöglias legt man 500 Höhenmeter abwärts zurück und je nach Fahrkönnen und Wegbeschaffenheit fuhr man mehr oder weniger. Aber selbst die Könner unter uns waren nicht in der Lage, den oft sehr steilen, ausgewaschenen, holprigen, steinigen  und an steilen Abbruchkanten vorbeiführenden Trail komplett zu fahren.

In meinen Augen war dies eh eine „Wahnsinnsnummer“, aber es soll ja Menschen geben, denen sowas Spaß macht.

Es ging dann noch über eine Bachbrücke und der Trail wurde für jeden fahrbar. Es wurde dann auch schneller gefahren und prompt hatten wir die erste Panne, da ein Steinschlag die hintere Felge von Daniels Rad stark ramponierte und auch einen Plattfuß verursachte.

Glücklicherweise konnte der Schaden vor Ort repariert werden.

An dieser Stelle auch mal einen Dank an unsere immer einen Ausweg wissenden „Monteure“ Dieter, Daniel und Klaus.

Aber an diesem Tag ging es mit den Missgeschicken noch weiter.

Als nächstes folgte dann eine Bachbettberühung von Dieter, der diesen „Umfaller“ folgenlos meisterte. Kurze Zeit später kam dann der „Kracher“ des Tages.  Auf einem Wiesentrail erfolgte ein Einschlag der heftigsten Art, der Bike und Fahrer in Mitleidenschaft zog. Der Schreck saß uns allen in den Knochen und wir waren etwas weiß um die Nasen. Unser Bruchpilot biss auf die Zähne und konnte die Tour fortsetzen.

Kurz danach wollte Chris wohl sein Bike zu einem Schlauchboot umfunktionieren, da bei einer Auffahrt plötzlich der vordere Schlauch aus dem Mantel herausplatzte und wie ein Rettungsring herausragte.

Wieder einmal mussten wir die Tour unterbrechen und den Schaden reparieren.

Wir verloren viel Zeit und mussten uns dann sputen, da doch noch einige Kilometer und vor allem Höhenmeter vor uns lagen.

So rasten wir dann hinunter nach Scoul, überquerten den Inn und machten uns an die restlichen 25 km und 1000 hm.

Hoch nach S-charl war es zwar eine relativ moderate Steigung auf Asphalt und fahrbarem Schotter, war aber irgendwie mühselig, da wir durch die „Einlagen“ an diesem Tag völlig außer Rhythmus waren.

Am Brunnen in S-charl, ein richtig uriges Bergdörfchen, füllten wir zum wiederholten Male unsere Trinkflaschen auf, bevor es dann weiter zum Alp Astras ging.

Mit schweren Beinen und viel Kopfarbeit  ging es durch den herrlichen Bergwald, begleitet von einem urigen Gebirgsbach, hinauf.

Die Strecke zog sich wahnsinnig in die Länge und zum Abschluss folgte auf dem mittlerweile erreichten Hochplateau noch ein Trail durch Latschenkiefern.

Endlich war der Alp Astras in 2135 m erreicht und es ging bergab. Anfangs noch schwer und steil über Schotter und Geröll, dann aber auf einem gut fahrbahren Forstweg und in der Folge sogar auf einer Asphaltstr. ließen wir es laufen bis nach Santa Maria im Münstertal.

Vor dem Hotel Stelvio erwartete uns Thomas und die Wiedersehensfreude (insbesondere meinerseits) war wieder mal riesig und ein Weizen folgte sofort.

Unterkunftsmässig war es nicht so berauschend, da wir unter anderem mit 4 Mann auf einem Zimmer lagen und das Bad lediglich mit einem Duschvorhang zum Zimmer hin abgetrennt war. Aber auch das schreckte uns nicht ab und tat unserer guten Laune keinen Abbruch.

Zum Essen präsentierte man uns ein Buffet zu fürstlichen Schweizer Preisen. Die Auswahl ließ allerdings sehr zu wünschen übrig, und nach zähen Verhandlungen (Dieter präsentierte uns hier sein Durchsetzungsvermögen) gab es einen kleinen Preisnachlass.

Alles in allem lässt sich zu diesem Tag sagen, dass wir uns wieder mal erfolgreich einer sportlichen Herausforderung gestellt hatten, zwei Pässe und derbe Trails gefahren sind und auch viel Glück hatten, dass keine folgenschwere Verletzungen zu beklagen waren.

 
 
Bilder Chris Bilder Thomas Bilder Werner Bilder Klaus

Bilder Daniel

Karte

Höhenprofil