Freitag, 28.08.09
6. Tag – Sommerfrische, Pizza, schwere Beine, Dolomitenblick und Madonna di Campiglio
Der Tag begrüßte uns wiedermal mit gleißendem Sonnenschein und einem absolut traumhaften Bergpanorama. Beim Frühstück ging es sehr lustig zu und die nächtlichen Ereignisse (Fuchs gerissen………) wurden ausführlich erörtert.
Aber ansonsten kamen wir nur sehr schwer in die „Gänge“. Der Vortag hatte uns doch ganz schön zu schaffen gemacht und entsprechend bleischwer fühlten sich unsere Körper an.
Irgendwie drückten wir uns alle herum und der Uhrzeiger rückte immer weiter nach vorne.
So rückte auch die geplante Etappe über die Forcellina di Montozzo immer weiter in die Ferne und spontan, unter Abwägung aller Eventualitäten, fassten wir den Entschluss, die etwas leichtere Variante über den Pass Tonale zu fahren, zumal wir uns ja, aufgrund des Vortageshöhenmeterzuschlages, unmittelbar vor der Passhöhe befanden.
Dieser Entschluss stellte sich im Nachhinein als sehr weise dar, da wir in der Tat sehr sehr müde die Etappe angingen. Nicht sehr weise war allerdings der Umstand, dass wir schlichtweg vergessen hatten, Dieter an dieser Entschlussfassung zu beteiligen. Zum einen wäre er nämlich lieber die vorgeplante Etappe gefahren und nicht diese „Weicheietappe“, und zum anderen hatten wir danach wieder eine sehr ausgeprägte Harmoniebedürftigkeit.
Schließlich schwangen wir uns auf die Bikes und schnell hatten wir die Passhöhe erreicht. Unmittelbar hinter der Passhöhe bogen auf einen Schotterweg ab und fuhren in herrlicher Vegetation hinab in den Talgrund ins Val di Sole. Es ging dann in einem ständigen Auf und Ab weiter nach Dimaro. Dieter und meine Wenigkeit waren so voller Harmonie miteinander, dass wir uns sogar mit den Lenkerhörnchen verbandelten, was glücklicherweise ohne einen schweren Sturz abging. Uns stockte kurzfristig der Atem und die Erleichterung war uns sichtlich anzumerken. „Nochmal Schwein gehabt“.
Es war mittlerweile sehr warm geworden und wir beschlossen vor der Auffahrt nach Madonna noch eine Pause einzulegen.
Bei Pizza und Pasta ließen wir es uns gut gehen und jeder war insgeheim doch sehr froh, dass wir diese Variante gewählt hatten (mittlerweile war anscheinend auch Dieter damit einverstanden).
Bei dieser Pause kam auch die Erkenntnis, dass man so müde sein kann, dass man selbst während des Verspeisens einer Pizza kurz einnicken kann.
Nach dieser Stärkung machten wir uns an den Aufstieg nach Madonna.
Ein wunderschöner Weg, ständig begleitet von einem rauschenden Gebirgsbach, moderat ansteigend und nur wenige heftige Anstiege.
Wir genossen den schattigen Waldweg, der uns immer wieder Ausblicke in Schluchten und auf kleine Wasserfälle bescherte. Im letzten Stück wurde der Weg etwas ruppiger, dafür wurden wir aber mit einem genialen Dolomitenblickpanorama belohnt.
Bald hatten wir an einem kleinen Lift den höchsten Punkt (1666m) erreicht und rollten in den Nobelort Madonna Di Campiglio ein.
Hotels ohne Ende und wir hatten etwas Mühe unser Hotel zu finden. Thomas zeigte sich an diesem Tage als „treulose Tomate“, da er bei unserem Eintreffen nicht vor Ort war.
Wie sich allerdings sehr schnell herausstellte, was Thomas doch sehr besorgt um uns, da der sehr nette Hotelier seine Hotelbar mit unserem Lieblingsgetränk, nach Hinweis von Thomas, bestückt hatte.
Der einzige Haken war der Umstand, dass man in einem Nobelskiort auch „Nobelpreise“ bezahlt.
Aber so wie man uns kennt, stellte das für uns kein Hemmnis dar.
Nach einem Rundgang durch die Ladenzeile von Madonna begaben wir uns in das sehr noble Restaurant, das zu unserem Hotel gehörte.
Das Ambiente war vielleicht für eine Bikergruppe etwas zu gehoben, aber es hat alles gepasst.
So genossen wir ein sehr gutes Essen und einen guten Wein.
Anzumerken wäre da noch, dass unser Dieter irgendwann mal das stille Örtchen aufsuchen musste und erstaunlich lange wegblieb. Bevor wir der Sache auf den Grund gehen konnten, standen auf einmal ein strahlender Dieter und ein grinsender Koch im Lokal, der, wie später festgestellt, Dieter aus einer äußerst misslichen Lage befreit hatte (ist persönlich bei Dieter zu erfahren).
Somit war der Unterhaltungswert des Abends gesichert und wir ließen den Tag an der Hotelbar ausklingen.
Eine Etappe mit nicht zu hohem Anforderungsprofil, aber durchaus auch sehr schweißtreibend und anstrengend, begleitet von unvergesslichen Eindrücken. |