|
|||||||||||||||||||||||
Donnerstag, 27.08.09 5. Tag – Königsetappe Ein wunderschöner Morgen begrüßte uns in Italien und wären da nicht unsere bleischweren Oberschenkel und das schmerzende Hinterteil gewesen, hätte man dem Tag ganz locker entgegengesehen. So aber wussten wir ziemlich genau, was uns an diesem Tag erwartete. Nämlich einer „hammerharte Tour“ mit vielen Höhenmetern. Nach unserem morgendlichem „Eincremeritual“ und einem kurzen Fahrradcheck rollten wir gemächlich und langsam ansteigend nach Grosio und weiter bis nach Le Prese. Bei Sonnenschein und glücklicherweise spärlichem Autoverkehr passierten wir einige Ortschaften und fuhren uns in Formation langsam ein. In Le Prese konnten wir aus nächster Nähe noch einen Lastenhubschrauber in Tätigkeit beobachten, bevor dann der lange und schwierige Aufstieg zum 2463 m hoch gelegenen Passo dell`Alpe begann. Zuerst ging es über viele Serpentinen steil hoch nach Fumero. Immer begleitet von dem untentwegt fliegendem Hubschrauber schraubten auch wir uns die Asphaltstr. hoch. Mittlerweile taten uns Aufstiege auf Asphalt eigentlich gar nicht mehr weh, da wir wussten, wie diese Auffahrten erst im Gelände oder auf unwegsamen Schotterwegen schmerzen konnten. Nach diesem „Genussaufstieg“ kam es dann aber wieder dick. Steinplatten, Schotter und giftige Anstiege. Auch hier waren wieder die „derben Konditionstiere“ gefragt. Insbesondere Chris, Dieter und Werner zeigten hier mal wieder ihre Qualitäten. Landschaftlich gesehen war es aber wieder mal eine Freude(sofern man es genießen konnte). In Höhe von „La Baita“ öffnet sich ein Hochtal, dass in seiner Schönheit alle Strapazen vergessen ließ. Es ging dann weiter bis zum Talabschluss und natürlich wieder über eine steile Schotterauffahrt zum 1. von insgesamt 3 Plateaus. Wir hatten uns auseinandergezogen und so fuhr oder drückte jeder für sich alleine sein Bike durch die stille und einnehmende Hochgebirgslandschaft. Selbst unsere „Allesfahrer“ mussten alsbald ihre Bikes schieben oder tragen, da der Trail bis hoch zum Passo dell`Alpe unfahrbar war. Nach 5 Stunden!! bergauf waren wir endlich angekommen und legten am Passo dell`Alpe eine Pause ein. Danach ging es über einen Trail hinab zur Gaviapassstr. Als Einlage gab es hier noch eine nicht ungefährliche Wildbachüberquerung, die zum Glück schadlos abging. Zu guter Letzt stellte sich auch noch heraus, dass die „Nummer“ völlig überflüssig war. Nun ja, im Nachhinein ist man immer schlauer, und die „Nichtbachbettüberquerer“ grinsten sich was. Es ging dann auf der Gaviapassstr. bis hoch zum Gaviapass auf 2637 m. Danach folgte wieder mal eine geniale Abfahrt. Hier lernten wir, dass man einen Tunnel mit dem Bike, eingekeilt zwischen Autos, sehr wohl fahren kann, da durch die Fahrzeuge eine Ausleuchtung gegeben ist. Eine alleinige Durchfahrt scheitert schlichtweg an der Dunkelheit, so erprobt und gegen die Wand gefahren. Fazit: Man nimmt den alten Teil der Straße, die am Tunnel vorbeiführt! Am Ende der Talabfahrt wurde in einem Gasthaus eine Pause mit Apfelsaft!! eingelegt (war vermutlich nicht also gut für den Magen, wie ein Ausfall am Abendzeigte). Aber die Etappe war noch nicht zu Ende, da unser Dieter ja noch eine Überraschung für uns parat hatte: Unser Hotel lag nämlich am Passo di Tonale und wir mussten außerplanmäßig halt noch ein paar hundert Höhenmeter draufsatteln. An der Auffahrt stand unser Thomas mit unserem Begleitfahrzeug und feuerte uns an. An ein Aufgeben und Hochfahrenlassen war da erst gar nicht zu denken und es macht auch keinen Spaß, wenn man über Jahre hinweg als „Weichei“ bezeichnet wird. Also wurde auf die Zähne gebissen und durchgezogen. Belohnt wurden wir bei der Ankunft mit einem kühlen Weizen und einem grandiosen Bergblick. Unterkunft und Essen waren gut und können weiter empfohlen werden. An dieser Stelle muss auch mal Dieter gewürdigt werden, der, was unsere Vorbuchungen hinsichtlich Unterkünfte angeht, sein Bestes gegeben hatte. In der Nacht gab es dann noch ein „Tötungsdelikt“ hinter dem Hotel, was vermutlich ein Huhn das Leben kostete. Oder wie morgens einer unserer Truppe meinte, dass wohl ein „Fuchs gerissen“ wurde, oder wie auch immer. Von allen Etappen war diese wohl die strammste und es wurden die meisten Höhenmeter gefahren. Aber auch hier gab es keinerlei Ausfälle und wir waren wieder mal in bester Stimmung. |
|||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||